Chronik des Trommler- und Pfeiferkorps Breinig 1922
e.V.

 

Einleitung

Während des zweiten Weltkrieges gingen alle Unterlagen, wie
Niederschriften, Protokollbuch, usw. verloren. Deshalb war es nur möglich, die Vereinsgeschichte von der Neugründung im Jahre 1949 aus der Erinnerung einzelner Mitglieder und durch die Mithilfe von den Bewohnern Breinigs in dieser Form zusammen zu stellen. Diese mündliche Überlieferung erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und einige Lücken der Vereinsgeschichte konnten nicht ganz geschlossen werden, diese Chronik bietet dennoch einen guten
Überblick über die Geschichte unseres Vereins seit der Gründung im Jahre 1922.

 

Die Gründung

Vor allem im preußischen Heer entwickelte sich die heutige Form
der Trommler- und Pfeiferkorps mit ihrer typischen Instrumentierung. Dazu muss
man wissen, dass die Heere in der Kaiserzeit in reicherem Maße musikalisch
ausgestattet waren, als die hoch technisierten Armeen unserer Zeit. Jedes
Regiment hatte die ihm gemäße Musik. Die Infanterie, als die zahlreichste der
Waffengattungen, hatte auch jeweils einen Spielmannszug: Je Kompanie zwei
Trommler und zwei Pfeiffer (zugleich Hornisten, bei den Jägern nur Hornisten).
Als Abzeichen trugen sie die Schwalbenester am Schulteransatz der Rockärmel in
der Waffenfarbe mit Tressen oder Fransen. Als die Wirren des ersten Weltkrieges
vorbei waren, erwachte bei vielen Spielleuten wieder die Freude an der
musikalischen Unterhaltung mit Flöte und Trommel. So standen also ausgediente
Militärmusiker nicht nur als Initiatoren, sondern auch als Schulungskräfte im
Jahre 1922 bei der Gründung, sowie nach dem zweiten Weltkrieg bei der
Wiedergründung unseres Korps zur Verfügung.

Der Hornist Wilhelm Wirth und der Tambour Arnold Mager, die
ebenfalls bereits in der kaiserlichen Armee als Spielleute gedient hatten,
ergriffen in Breinig die Initiative und beriefen eine Gründungsversammlung ein,
zu der folgende Personen erschienen waren:

  • Wilhelm Wirth 1. Vorsitzender
  • Egidius Wirth
  • Wilhelm Schröder 1. Schriftführer
  • Arnold Mager 1. Kassierer
  • Chr. Wilms
  • Jakob Wilms
  • Ludwig Kreitz I.
  • Ludwig Kreitz II.
  • Josef Münch
  • Hubert Röger
  • Wilhelm Wilms

Der Schriftführer Wilhelm Schröder, der gleichzeitig die
Aufgaben des 1. Korpsführers übernahm, verunglückte kurze Zeit später tödlich.
Die Aufgaben des Schriftführers übernahm Ludwig Kreitz II., neuer Korpsführer
wurde Johann Grendel.

 

Die Anfangsjahre bis zum zweiten Weltkrieg

Seit dem Jahr 1924 gehörten auch Hubert Gilles, Franz Schmitz
und Wilhelm Pütz zum Korps, alle drei Persönlichkeiten, die in späteren Jahren
wichtige Aufgaben im Verein übernehmen würden.

Bereits nach kurzer Zeit verfügte das Korps über vereinseigene
Instrumente und Uniformen und es konnte ein beachtliches musikalisches Niveau
erreicht werden. Schon im ersten Jahr erfolgten erste Aufzüge im Ort, ferner
wurden die ersten Wertungsspiele besucht. Mit der Erringung der
rheinisch-westfälischen Meisterschaft im Quartett durch Wilhelm Wirth, Wilhelm
Wilms, Arnold Mager und Hubert Gilles sowie im Duett durch Hubert Gilles und
Wilhelm Wirth erreichte das Korps einen ersten musikalischen Höhepunkt.

Den Mut zur Ausbildung eines Jugendkorps fasste als erster der
spätere Korpsführer Hubert Gilles. Dieses Jugendkorps konnte sehr bald
übergangslos in das Gesamtkorps integriert werden.

Mit Beginn des zweiten Weltkrieges 1939 musste durch die
Einberufung vieler Spielleute der Spielbetrieb in Breinig eingestellt werden.
Dem bis dahin stetig andauernden Aufschwung wurde ein jähes Ende gesetzt.

 

Der Neubeginn nach dem zweiten Weltkrieg



Erst am 23.10.1949, also zehn Jahre später, erfolgte die
Neugründung des Trommler- und Pfeiferkorps Breinig 1922 durch folgende
Mitglieder:

  • Hubert Gilles
  • Franz Schmitz 1. Korpsführer
  • Wilhelm Pütz 1. Vorsitzender
  • Egidius Wirth 1. Kassierer
  • Wilhelm Eisenhuth
  • Ludwig Kreitz I.
  • Ludwig Kreitz II.
  • Ernst Kreitz 1. Schriftführer
  • Wilhelm Barth
  • Leo Schell
  • Peter Beißel

Auf der hierfür einberufenen Versammlung wurde Wilhelm Wirth zum
Ehrenvorsitzenden ernannt. Nachdem alle Instrumente und Uniformen im Krieg
vernichtet worden waren, begann, wie so vieles in dieser Zeit, der Wiederaufbau
des Vereins unter schwierigsten Bedingungen. So wurden die ersten Umzüge in
Zivilbekleidung bestritten. Schon bald waren die musikalischen Leistungen jedoch
auf stattlichem Niveau angelangt. In der Folgezeit wurden z.B. auf einem
Wertungsspiel in Düren-Merken im Jahre 1950 durch neun teilnehmende Spielleute
aus Breinig ganze 12 Preise errungen.

 

Die goldenen Jahre im Zeichen des Wirtschaftswunders

Im Jahre 1952 wurde unter Beteiligung von elf auswärtigen
Spielkorps das 30jährige Stiftungsfest in Breinig gefeiert. Vom Erlös dieses
Festes wurde der Denkmalpflege Breinig ein beachtlicher Betrag zur Verfügung
gestellt. Zur Pflege der Kameradschaft und zur Unterhaltung der Ortsbevölkerung
wurden in dieser Zeit mehrere Unterhaltungs- und Theaterabende abgehalten, die
sehr gut besucht waren.

Unter Leitung von Hubert Gilles und August Rahmers wurde im
Jahre 1952 erneut mit der Ausbildung eines Jugendkorps begonnen. Schon im darauf
folgenden Jahr 1953 errang dieses Jugendkorps einen ersten Preis in der
Jugendgesamtwertung. In den Jahren 1955, 1958 und 1962 wurden vom Trommler- und
Pfeiferkorps Breinig 1922 große internationale Feste, verbunden mit Einzel- und
Gesamtwertungsspiel veranstaltet. Diese wurden von je 20 bis 25 Spielkorps
besucht. Der Anlass des Festes 1958 war die feierliche Weihe unseres
Schellenbaumes, eines Einzelstücks, das in Handarbeit von Herrn Eckstein aus
Stolberg Dorff gefertigt wurde.

Im Jahre 1959 war Breinig Mitbegründer der
Interessengemeinschaft der Trommler- und Pfeiferkorps und Musikvereine
Münsterland.

Unser 45jähriges Stiftungsfest am 29. und 30. April sowie am 01.
Mai 1967 wurde von 30 Spielkorps aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden
besucht. Aufgrund der gebotenen Leistungen der einzelnen Korps wurde es eine
eindrucksvolle Darbietung der Spielmannsmusik.

 

Erste Schwierigkeiten



In der Zeit nach 1967 nahmen ca. 10 Mitglieder aus
gesundheitlichen oder beruflichen Gründen Abschied vom aktiven Spielmannsdasein.
Diese Lücke konnte auch nicht durch die Nachwuchsausbildung geschlossen werden.
Diese stand damals schon im Vordergrund des Strebens einiger Mitglieder. Auf
einer außerordentlichen Versammlung im Jahre 1971 wurde der damalige Vorsitzende
(seit 1949) Wilhelm Pütz zum zweiten Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt. Im
Jahre 1974 wurde die Situation des Trommler- und Pfeiferkorps Breinig durch den
Tod von vier Mitgliedern, darunter der damalige Korpsführer Hubert Gilles noch
schwieriger.

Auf einer weiteren außerordentlichen Versammlung wurde die
Ausspielung des Hubert-Gilles-Wanderpokals beschlossen. Dieser Pokal sollte das
Spielmannswesen im Sinne seines Namensgebers fördern. Nach internen
Unstimmigkeiten wurde der A-Klasse Pokal schon im Jahre 1978 vom Sohn des
Namensgebers eingezogen. Der gleichnamige Jugendpokal wurde jedoch bis 1994
jedes Jahr ausgespielt, ehe er vom Trommler- und Spielverein Alsdorf-Kellersberg
endgültig errungen wurde. Mit den Feierlichkeiten zum 55jährigen Bestehen,
veranstaltete das Korps 1977 eines der bisher größten Treffen von Vereinen und
Spielmannszügen in Breinig. An diesem internationalen Wertungsspiel nahmen mehr
als 1000 Spielleute teil. 41 Spielmannszüge boten beim großen Umzug durch die
Strassen unseres Ortes eine beeindruckende Kostprobe ihres Könnens.

Anfang der achtziger Jahre wurde erstmalig zusammen mit der
freiwilligen Feuerwehr, Löschgruppe Breinig und dem DRK-Zug Breinig ein
Sommerfest veranstaltet. Seit Anfang der neunziger Jahre wurde Dieses intensiv
von der Werbegemeinschaft Breinig unterstützt.

Ebenfalls seit Anfang der achtziger Jahre fuhr unser gesamter
Verein zum alljährlichen Pfingstzeltlager nach Monschau Dreistegen. Dieses
Pfingstzeltlager wurde von Anfang an vom dortigen Platzwart Ben Grendel, einem
Breiniger, gefördert. Ben Grendel zählt auch heute noch zu den besonderen
Freunden des Trommler- und Pfeiferkorps Breinig.

 

Der Umbruch und die Zeit danach

Etwa seit 1979 steuerte das Korps durch anhaltendes Desinteresse
und Streitigkeiten zwischen den Mitgliedern in eine tiefe Krise. Diese Krise
erreichte ihren Höhepunkt auf einer außerordentlichen Versammlung im Jahre 1984.
Während dieser Versammlung kam es zum Ausschluss von 4 Mitgliedern, die zum Teil
dem Vorstand angehörten.

In der Folgezeit versuchte der neu gewählte Vorstand den
Spielbetrieb, die Jugendarbeit und vor allem die Kameradschaft aufrecht zu
erhalten. Noch im laufenden Jahr 1984 wurde das Korps für aktive weibliche
Mitglieder geöffnet. Dieser Schritt, weg von veralteten Traditionen, hat sich in
der Zwischenzeit als richtig und notwendig erwiesen. Heute besteht das Korps aus
ca. 50 % weiblichen aktiven Mitgliedern.

In der Zeit nach 1984 wurde unter der Leitung des Vorsitzenden
Willi Conrads alles Erdenkliche getan, um ein neues Jugend- und Gesamtkorps
zusammenzustellen, wobei der Schwerpunkt stets bei der Jugendarbeit lag. Hierbei
wurde Willi Conrads von einigen noch übrig gebliebenen jungen Mitgliedern
unterstützt, so unter anderem vom neuen Korpsführer Frank Kos, von Marco Götze,
der die Ausbildung der Flötisten leitete oder von Günter Kloubert, der in den
folgenden Jahren fast ständig dem Vorstand angehörte. Aber auch altgediente
Mitglieder wie Willi Barth und Ludwig Kreitz oder der inzwischen wieder in den
Verein eingetretene Laurenz Zimmermann halfen beim Neuaufbau des Vereins.

Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung war die
Umsiedlung der Vereinsräume im Jahre 1989 in die ehemalige Hauptschule
Breinigerberg. Erstmalig in der Vereinsgeschichte fanden seitdem Proben und
Versammlungen nicht in einer Gaststätte statt. An dieser Stelle gilt unser Dank,
für die herzliche Aufnahme, der Dorfgemeinschaft Breinigerberg.

Im Jahre 1992 wurde in Breinig nach 15 Jahren erstmalig wieder
ein Freundschaftstreffen mit Wertungsspiel veranstaltet. Nach einer so langen
Abstinenz war es für alle Beteiligten erfreulich festzustellen, welchen hohen
Stellenwert das Trommler- und Pfeiferkorps Breinig außerhalb unseres Ortes noch
besitzt. Über 40 Vereine besuchten an 3 Veranstaltungstagen unser Fest in der
Mehrzweckhalle in Breinig. Leider war der Zuspruch der Bevölkerung nicht ganz so
hoch wie erwartet. Einige Stühle in der Halle blieben leider trotz freiem
Eintritt und gutem Programm leer. In schlechter Erinnerung wird allen
Beteiligten darüber hinaus der große Wolkenbruch direkt nach dem Festzug am
Sonntag bleiben. Viele Keller in Breinig und Umgebung wurden überflutet. Der
Schulhof war in Sekundenschnelle menschenleer gefegt. Dafür herrschte wenigstens
an diesem Nachmittag drangvolle Enge in der Mehrzweckhalle.

Für den Erlös des Festes konnten im Dezember 1992 erstmals
einheitliche „Karnevalsuniformen“ angeschafft werden. Diese Anschaffung war
dringend notwendig, nahmen doch die Verpflichtungen in den Karnevalssessionen
immer mehr zu. Besonders erwähnenswert ist an dieser Stelle die seit Ende der
achtziger Jahre äußerst gute Zusammenarbeit und Freundschaft mit der „KG
Sündenböcke“ aus Breinig, die auch heute noch Bestand hat.

 

Das Ende des Jahrhunderts

In der Folgezeit lag unser Hauptaugenmerk darin, aus unserem
Verein einen gemeinnützigen und eingetragenen Verein (e.V.) zu machen. So wurden
im Frühjahr 1994 endlich die bis dahin gültigen Statuten vom 20. Februar 1958
durch eine neue zeitgemäße Satzung ersetzt. Am 19. August 1994 erfolgte der
Eintrag in das Vereinsregister beim Amtsgericht Eschweiler als

 

Trommler- und Pfeiferkorps Breinig 1922 e.V.

Musikalisch konnten ebenfalls Erfolge erzielt werden. Wie schon
in den siebziger Jahren konzentrierte man sich neben den alljährlich
stattfindenden Auftritten auf Karnevals, Kirmes- und Schützenfesten
hauptsächlich auf die im Kreisgebiet stattfindenden Wertungsspiele. Dabei
konnten vor allem die jugendlichen Solisten einige Preise nach Breinig holen,
aber auch das Gesamtkorps konnte manchen Erfolg feiern.

Nach internen Differenz im Vorstand traten 1995 unser
langjähriger Korps- und Geschäftsführer Frank Kos und unser 1.Kassierer Dieter
Kos aus dem Verein aus. Auf der darauf folgenden Jahreshauptversammlung im
Januar 1996 legte unser Vorsitzender Willi Conrads sein Amt nach 15 Jahren
nieder, so dass ein komplett neuer Vorstand gefunden werden musste. Dies war
damals besonders wichtig, da der Verein mitten in den Vorbereitungen für das
Jubiläumsfest zum 75jährigen Bestehen im April/Mai 1997 steckte.

Der neue Vorstand im Jubiläumsjahr setzte sich wie folgt
zusammen:

  • Josef Krutt 1. Vorsitzender
  • Günter Kloubert 1. Geschäftsführer
  • Willi Conrads 1. Kassierer
  • Jürgen Kos 1. Korpsführer

Besonderer Dank gilt hier Jürgen Kos, der in dieser schwierigen
Zeit das anspruchsvolle Amt des Korpsführers von seinem Bruder übernahm und
innerhalb kürzester Zeit ein vollwertiger Ersatz wurde.

Das Jahr 1997 stand dann ganz im Zeichen des 75jährigen
Jubiläums. Dieses wurde 3 Tage lang gefeiert. Zum ersten Mal auf dem
Breinigerberg im Festzelt. Zahlreiche Vereine aus dem In- und Ausland besuchten
Breinig, und ließen den großen Festzug am Sonntag wiedermal zu einem
unvergesslichen Ereignis werden. Diesmal wurde das Fest auch und vor allem durch
die Bevölkerung vom Breinigerberg angenommen und unterstützt.

Die erzielten Überschüsse nutzte der Verein in den folgenden
Jahren, um immer wieder neue Musiker auszubilden und vor allem mit Uniformen und
Instrumenten auszustatten. Extreme Schwankungen in der Mannschaftsstärke zeigten
wie schwierig es wurde, als Trommler- und Pfeiferkorps gegen die Vielzahl neuer
Freizeitangebote stand zu halten.

Im Jahre 2001 schaffte der Verein eine Standarte an, nicht
zuletzt, um das Schellenbaumteam bestehend aus Laurenz Zimmermann, Hans Sieger
und Willi Conrads von dem über 20kg schweren Schellenbaum zu entlasten.

Diese wurde der Breiniger Bevölkerung auf einer Fahnenweihe
vorgestellt und ist auch heute noch Zierde unseres Vereins.

Die nun folgenden Jahre sind überwiegend positiv zu bewerten.
Etliche Wertungsspiele die das Trommler- und Pfeiferkorps Breinig 1922 e. V.
besuchte, wurden erfolgreich abgeschlossen. Die Vereins-Jugend wurde immer
besser und ist heute aus den Reihen gar nicht mehr weg zu denken. Macht sie doch
mittlerweile weit über 50 % des Vereins aus.

2007 blickt das Korps mit Stolz auf eine ca. 25 Mann (Frau)
starke Besetzung. Sogar der alte Schellenbaum ist wieder in Erscheinung
getreten.

Nicht zuletzt im „Konkurrenzkampf“ mit dem reichhaltigen
Freizeitangebot der heutigen Zeit wurde auch das Angebot an die Jugend mit den
Jahren ausgebaut. So wurde aus dem Pfingstzeltlager ein Pfingstausflug in
verschiedene Jugendherbergen und 2005/2006 auf die Ranch der Chopper City
Pioneers. Verbunden mit einer Fahrradtour hin und zurück immer eine Runde
Sache.

Fast 1 Jahr lang dauerten die Vorbereitungen für das 85jährige
Stiftungsfest im Mai 2007. Richtig losgehen konnte es aber erst, nachdem der
aktuelle Geschäftsführer und somit “Cheforganisator“ nach Karneval ohne
Vorwarnung sein Amt niederlegte und aus dem Verein austrat. In den folgenden
Wochen kehrte der verbleibende Vorstand gemeinsam mit dem Orga-Team die Scherben
zusammen, und stellte ein mehr als gelungenes und erfolgreiches internationales
Freundschaftstreffen auf die Beine. Nahezu alle Vereinsmitglieder zogen an einem
Strang. Der kameradschaftliche Zusammenhalt im Korps konnte in dieser Zeit nicht
besser sein. Einige der jugendlichen Aktiven bewiesen wiederholt, dass man die
Kritik an der “Jugend von heute“ nicht verallgemeinern darf. Sie leisteten
hervorragende Arbeit und bewiesen Organisations- und Improvisationstalent.

Die enge Freundschaft zur KG Sündenböcke erreicht einen neuen
Höhepunkt. Im Gegenzug zur musikalischen Begleitung während der Karnevalssession
2006/07 übernahm die KG in hervorragender Weise die Bewirtung im Festzelt. Auch
die Zusammenarbeit mit der Löschgruppe Breinig und dem DRK funktionierte wieder
einmal einwandfrei.

Eine im Rheinland außergewöhnliche Attraktion stellten auf dem
Jubiläum die “Original Truderinger Böllerschützen“ dar. Auf Einladung der KG
Sündenböcke reist diese 30 Personen starke Truppe aus München an, um unseren
Festzügen einen krachenden Start- und Schlusspunkt zu setzen.

Der geschäftsführende Vorstand beim Fest:

Frank Kos 1. Vorsitzender

Jürgen Kos 1. Korpsführer

Nicole Keller 1. Kassierer

 

Das Orga-Team

Bernd Herzog

Dieter Kos

Frank de Pellegrini

Hubert von der Weiden

Marco Rau

Rolf Röhl

Nach den Feierlichkeiten im Mai 2007 stand als nächstes die
lange überfällige Renovierung des Vereinsraumes an. Durch die Unterstützung der
Stadtverwaltung und die Kooperations-bereitschaft der Leitung des Jugendtreffs
„Remember“ war es möglich, einen zusätzlichen Kellerraum in der alten
Hauptschule zu beziehen. Hier wurde die Kleiderkammer des Vereins eingerichtet.
Auch dies war lange überfällig, da die „Reserve-Uniformen“ und weitere
Ausrüstung bis dahin in einem einzigen Schrank im Zugang zu den Toiletten
untergebracht waren. Beide Projekte wurden unter Leitung des langjährigen
Zeugwarts Hubert von der Weiden in Eigenleistung durchgeführt. Im Zuge der
Zuteilung des neuen Raumes wurde deutlich, wie gut die Zusammenarbeit mit Stadt
Stolberg und Jugendtreff funktioniert.

Im September 2008 wurde erstmals ein Oktoberfest veranstaltet.
Schon im ersten Jahr wurden die Erwartungen übertroffen. Der Erfolg wurde 2009
ausgebaut.

Das nächste nennenswerte Projekt war die Planung und
Durchführung unserer Reise zu den Original Truderinger Böllerschützen nach
München. Auf dem 85jährigen Jubiläum hatte der Vorsitzende Thomas Weiß das
Trommler- und Pfeiferkorps zum 20jährigen Jubiläum im Mai 2010 eingeladen. Nun,
3 Jahre sind eine lange Zeit und vergehen im Flug.

Bereits 12 Monate später steckte der Verein mitten in der
Vorbereitung. Es stand bereits fest, dass nicht nur alle Aktiven nach München
fahren würden, sondern dass auch eine ganze Reihe Inaktive uns begleiten würde.
Die Planungen dauerten noch die folgenden 2 Jahre. Als der Bus am 21. Mai
pünktlich um 9 Uhr auf dem Breinigerberg losfährt, handelt es sich um einen der
größten seiner Art in Deutschland. 80 Personen finden Platz, die Instrumente
werden im Anhänger verstaut. Zusammen mit der KG Sündenböcke Breinig,
Abordnungen der St. Sebastianus Schützen aus Breinig, der Hahnengesellschaft
Breinigerberg und den ebenfalls angeschlossenen Blasmusikanten aus Gressenich
sind fast 200 Personen aus Breinig und Umgebung auf dem Weg nach München. Im
Hotel am Moosfeld in Trudering wehte über Pfingsten 2010 rheinischer Wind durch
Flure und Bar. Eine generalstabsmäßig geplante Aktion, in der Vereinsgeschichte
bislang einzigartig, die noch lange danach von sich reden machte. Der Erfolg
dieser Reise markierte erneut einen Höhepunkt in der Zusammenarbeit der
beteiligten Ortsvereine und schweißt die Mitglieder weiter zusammen.

 

Wünsche für die Zukunft

Es wäre zu hoffen, dass es trotz aller Veränderungen in der
heutigen schnelllebigen Zeit auch in weiteren fast 90 Jahren noch Spielleute in
Breinig gibt. Menschen die Freude am musizieren haben, und die alte Tradition
der Spielmannszüge weiter pflegen. Vor allen Dingen aber bereit sind, sich zu
engagieren und ihr Können und Wissen an die Jugend weiterzugeben.

 

 

 

 

Chronik (original Dokument)